Basler «Kunstfehler» in Zürich behoben

Ein Mann lässt auf eigene Kosten in einem staatlichen Basler Spital einen plastisch-chirurgischen Eingriff vornehmen. Er ist mit dem Resultat nicht zufrieden. Spezialisten bezeichnen das Resultat als «Kunstfehler». Das Spital bietet dem Mann eine Korrektur an. Doch der Betroffene hat kein Vertrauen mehr und lässt die Korrektur in einem anderen Spital durchführen. Wer trägt die Kosten für die zweite Operation?

Die Ausgangslage

Herr A. ist um die vierzig und lebt von einer IV-Rente. Er lässt einen plastisch-chirurgischen Eingriff im Bereich der Augen vornehmen lassen. Da die Krankenkasse die Operation nicht finanziert, bezahlt er die 3500 Franken von seinen Ersparnissen. Das Geld muss er im Voraus bezahlen.

Nach der Operation ist Herr A. mit dem Resultat unzufrieden. Er sucht seinen Hausarzt auf, welcher ihn zu einem Spezialisten schickte. Dieser qualifizierte das Resultat der Operation als «Kunstfehler». Das Spital bietet an, den Fehler mit einem nochmaligen Eingriff kostenlos zu beheben. Herr A. hat jedoch das Vertrauen in das Spital verloren und lässt den «Kunstfehler» in einer Zürcher Spezialklinik korrigieren – zum dreifachen Preis der ursprünglichen Operation.

Auch die Zürcher Ärzte bestätigen, dass der Basler Eingriff nicht korrekt durchgeführt wurde. Diese Einschätzung bestärkt Herrn A. darin, vom Basler Spital die ihm zusätzlich entstanden Kosten zurückzuverlangen. Das Spital argumentiert, dass Herr A. die Risiken des Eingriffs kannte. Ausserdem sei ein Angebot zur Fehlerbehebung unterbreitetet worden. Herr A. wendet sich mit der Bitte um Hilfe an die Ombudsstelle.

Die Vermittlung

Bei der Aktendurchsicht stellt die Ombudsstelle fest, dass sich das Spital in seiner Argumentation vor allem auf ein Informationsblatt stützt, in dem das Vorgehen und die Risiken der Operation erklärt werden. Die Patienten bestätigen mit einer Unterschrift, die Information erhalten zu haben. Auch Herr A. hat das Informationsblatt unterschrieben und somit die Risiken des Eingriffs gekannt.

Sich nur auf ein Informationsblatt zu stützen ist aus Sicht der Ombudsstelle jedoch problematisch, im konkreten Fall auch deshalb, weil das Informationspapier sehr schwer zu verstehen ist und der betroffene Patient kaum über den erforderlichen Bildungshintergrund verfügt. Zudem stehen Patienten auch unter einem gewissen Druck. Denn wer das Informationsblatt nicht unterschreibt, wird auch nicht operiert.

Das Ergebnis

Nach einem Gespräch der Ombudsstelle mit dem Rechtsdienst des Spitals einigt man sich darauf, dass die Haftpflichtversicherung des Spitals Herrn A. die 3500 Franken zurückbezahlt, welche die Operation in Basel gekostet hat. Die Kosten für den zweiten Eingriff in Zürich trägt Herr A. selbst.

nach oben